Happy Valentine’s Day to me…

Liebe Queens da draußen - was versteht ihr unter “Selbstliebe”?

Der Valentinstag steht vor der Tür. Er ist für gewöhnlich laut, rosa und voll von Bildern darüber, wie Liebe auszusehen hat. Paare, Blumen, Gesten. Nähe, die nach außen sichtbar ist.

Was dabei fast immer vergessen wird: Einer der wichtigsten Akte von Selbstliebe hat nichts mit Romantik zu tun. Sondern mit einer stillen, oft unbequemen Frage:

Mit wem verbringe ich eigentlich meine Zeit?

Denn Zeit ist nicht neutral. Sie färbt uns. Sie hinterlässt Spuren.

Es gibt Menschen, nach deren Nähe man sich leer fühlt. Und andere, bei denen man aufatmet, ohne genau sagen zu können, warum. Menschen, die Energie ziehen – und solche, die sie fast unbemerkt zurückgeben.

Manche Gespräche lassen uns größer fühlen. Andere kleiner. Manche Menschen hören zu. Andere warten nur darauf, selbst zu sprechen. Manche Begegnungen geben Raum. Andere nehmen ihn ein.

Und nein – das macht niemanden automatisch zu einem schlechten Menschen. Aber es macht einen Unterschied für unser eigenes inneres Gleichgewicht.

Gerade wir Frauen lernen früh, uns anzupassen. Verständnis zu haben. Durchzuhalten. Beziehungen zu pflegen, auch dann, wenn sie uns mehr kosten als geben. Loslassen wird uns selten als Stärke beigebracht – eher als Scheitern.

Doch unser Nervensystem unterscheidet sehr genau. Unser Körper auch. Er merkt, wo wir uns sicher fühlen. Wo wir uns erklären müssen. Wo wir uns zurückhalten. Und wo wir einfach sein dürfen.

Mit wem wir unsere Zeit verbringen, entscheidet darüber, wie voll unsere Energietanks sind, wie ruhig unser Inneres wird – oder wie angespannt. Es beeinflusst, wie sehr wir uns selbst spüren, wie leicht oder schwer sich unser Alltag anfühlt.

Selbstliebe ist deshalb nicht nur ein Gefühl. Sie ist eine Entscheidung. Immer wieder.

Die Entscheidung, Zeit nicht mehr automatisch zu verteilen. Die Entscheidung, Nähe nicht aus Pflicht zu leben. Die Entscheidung, das eigene Wohlbefinden nicht ständig hintenanzustellen.

Wie oft hinterfragt ihr, mit wem ihr eure Zeit verbringt? Ich habe das lange Zeit gar nicht getan. Ich war schon zu Schulzeiten jemand, zu dem man gerne kam, um sei Herz auszuschütten. Ich fand das schön, weil es mir das Gefühl gab, dass ich helfen kann. Das zog sich wie ein roter Faden durch mein Leben - ich war immer loyal, gutmütig, stark und habe lieber meine Person zurückgestellt, als dass ich jemanden enttäuscht hätte.

Auf der anderen Seite habe ich sehr wenig Menschen an mich herangelassen; meine private Zeit verbringe ich bis heute am liebsten allein bzw. mit meinem Hund. So kann ich vollkommen frei über meine Zeit bestimmen, was mich am meisten zur Ruhe kommen lässt.

In Summe war das ein Ungleichgewicht, denn soziale Kontakte sind wichtig für die mentale Gesundheit. Also habe ich im letzten Jahr damit begonnen, bei den Beziehungen, die ich pflege, ehrlich hinzuschauen, wie sie sich anfühlen. Geben oder nehmen sie mir Energie?

Ich habe mich dazu entschieden, Verbindungen, bei denen es keine Balance von Geben und Nehmen gibt, nicht weiter zu verfolgen. Ich ziehe meine Grenzen für mein eigenes Wohlbefinden - und es fühlt sich toll an.

Vielleicht ist das die stillste, aber gleichzeitig auch die ehrlichste und wichtigste Form von Liebe: Sich selbst ernst zu nehmen.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Valentinstagsbotschaft:

Nicht, wie sehr wir geliebt werden – sondern wie bewusst wir wählen, wer Zugang zu unserer Zeit, unserer Energie und unserem Herzen bekommt.

Weiter
Weiter

Oxidativer Stress: Wenn das Gleichgewicht kippt