Ladies, es ist Zeit, euren Körper wirklich kennenzulernen!

In den letzten Jahren ist etwas in der Gesellschaft sichtbar geworden: Tabuthemen werden endlich angesprochen. Die Wechseljahre, körperliche Veränderungen, hormonelle Übergänge – in den USA längst offen diskutiert, in Europa noch zögerlich.

Zu viele von uns leben weiterhin ein Convenience-Leben: schnelle Lösungen, oberflächliche Tipps, die Priorität liegt auf Funktionieren, nicht auf echtem Bewusstsein für den eigenen Körper. Wir erwarten, dass „Spezialisten“ wie Ärzte sich auskennen – aber oft arbeiten auch sie noch mit Wissen, das Jahrzehnte alt ist, ohne die neuesten Erkenntnisse zu berücksichtigen. Dass das unser Verständnis und unsere Selbstwahrnehmung beeinflusst, wird nur selten thematisiert. Wieso sind wir so fokussiert darauf, welche Marken wir tragen oder was andere von uns denken, statt darüber nachzudenken, wie es unserem Körper und unserer Seele geht? Wir verlassen uns ein Leben lang auf unseren Körper, als wäre er selbstverständlich - bis wir dann irgendwann krank werden und ganz überrascht sind, das unser Lebensstil seinen Teil dazu beigetragen hat.

Auch in meinem Leben gab es eine Phase, in der ich meine Gesundheit für unvergänglich hielt. Ich habe zwar immer darauf geachtet, mich gesund zu ernähren und ausreichend Sport zu machen, aber hatte mich nie mit dem Einfluss von Hormonen beschäftigt - obwohl sie unser Leben doch in weiten Teilen bestimmen.

Dann änderte sich alles. Meine Figur, meine Energie – alles fühlte sich anders an. Mein Körper begann Signale zu senden, die ich nicht sofort einordnen konnte. Mein erster Gedanke war: Bin ich jetzt alt? Wie verrückt ist dieses Denken bitte?! Ja - wir wachsen in einer Gesellschaft auf, die klare Vorstellungen davon hat, wie ein weiblicher Körper auszusehen hat. Schlank, straff, trainiert, berechenbar. Aber wir sind auch Individuen, die die Wahl haben, ob sie sich diesen Normen unterwerfen wollen.

Kaum jemand spricht darüber, wie komplex ein Körper wirklich ist, wie er auf Belastungen reagiert, sich verändert und welche Faktoren Aussehen, Energie und Wohlbefinden beeinflussen. Wir lernen, uns zu vergleichen, aber nicht, uns zu verstehen.

Ich erinnere mich an Momente, in denen ich in den Spiegel sah und sofort bewertete: Bauch, Beine, Po hatten sich unkontrollierbar verändert – damals empfand ich das als Makel und empfand absolute Hilflosigkeit. Dabei sind viele dieser Veränderungen keine Fehler, sondern Reaktionen auf Lebensumstände, Dauerstress, Schlafmangel oder emotionale Belastungen. Heute weiß ich das und bin dankbar, dass ich diese Veränderungen erleben durfte. Sie haben mich dazu gebracht, mich mit mir selbst zu beschäftigen und meinen Körper zu unterstützen.

Die ständige Selbstkritik, die Erwartungen, die wir uns selbst auferlegen, habe ich abgelegt. Heute betrachte ich meinen Körper als System, das kommuniziert, reagiert und Signale sendet, die ich lernen kann zu lesen. Nicht alles, was sich verändert, muss sofort korrigiert werden – manches will zuerst verstanden werden.

Wir reden viel über Diäten, Disziplin und Selbstkontrolle. Doch wenig darüber, was den Körper wirklich beeinflusst. Dieses fehlende Wissen führt dazu, dass viele Frauen sich selbst verantwortlich machen für Dinge, die deutlich komplexer sind – nicht aus Dummheit, sondern weil Aufklärung fehlt.

Mein Appell an alle Queens da draußen: Lernt euren Körper kennen. Nicht, um ihn zu perfektionieren, sondern um ihm das zu geben, was er braucht, um gut zu funktionieren. Er wird es euch danken, und ihr erreicht eure Ziele wie von selbst. Beschäftigt euch damit, was euren Körper formt – innerlich wie äußerlich. Hört auf, Veränderungen automatisch als Makel zu sehen.

Ein Körper ist kein statisches Objekt. Er ist ein Spiegel dessen, wie wir leben, was wir fühlen und wie wir uns bewegen. Und genau dort beginnt ein anderer, erwachsener Umgang mit uns selbst – ein Umgang, der Verständnis, Respekt und echte Verbindung ermöglicht.

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Happy Valentine’s Day to me…